Von hier oben aus
10.363 m ist durch das kleine, mit einzelnen Eiskristallen befrorene Fenster nichts
als braune, hügelige Einöde zu sehen, wahrscheinlich befinden wir uns gerade
über dem Süden der Mongolei. Hier und da sind die Gipfel und Grate der kleinen
Berge mit Schnee bedeckt, und obwohl ich eigentlich ein grosser Liebhaber
einsamer verlassener Gegenden bin, es ist mir doch etwas zu verlassen und
sicher auch extrem kalt da unten. Als ich das Laptop aus der Tasche genommen
habe, hatte ich eigentlich vor etwas von der Liste der unerledigten Arbeiten
abzuhaken, aber dieser ruhige
Moment ist perfekt um endlich mal wieder etwas zu schreiben, insbesondere da
die einzigen Ablenkungen darin bestehen aus dem besagten Fenster zu schauen,
oder sich dem Unterhaltungsprogramm zuzuwenden. Bei einer verbleibenden
Flugzeit von über 8 h nach Frankfurt wird es kein Problem sein noch ein oder
zwei Filme zu schauen, sollte es mir langweilig werden.

Die drei Monate
seit Matses Ankunft sind wie im Flug vergangen. Wie üblich sollte ich mich wohl
dafür entschuldigen, dass ich so lange nichts geschrieben habe, aber ihr seid
es inzwischen wahrscheinlich gewöhnt, und es ist sehr hektisch
gewesen, zuhause und bei der Arbeit. Ich hoffe, dass ich im neuen
Jahr mehr Zeit zum Bloggen habe, und dass ihr mir verzeiht, falls doch nicht. Erstaunlich wie
schnell wir uns daran gewöhnt haben, dass wir jetzt zu viert sind. Für mich ist mit am erstaunlichsten, wie Mücki sich mit der neuen Situation
zurechtfindet, er hat sehr viel übrig für seinen kleinen Bruder („mein Baby“),
beobachtet ihn mit viel Interesse und berichtet uns häufig, was Matse gerade so
macht (er weint, er lacht, er hat mich angeguckt, er hat Bauchschmerzen usw).
Die Ankunft des neuen Familienmitglieds wurde ihm allerdings auch durch die
vielen ‚Grosser-Bruder-Geschenke’ versüsst, für die Aufmerksamkeiten für die
Jungs und die guten Wünsche noch ganz herzlichen Dank. Wenn das so weitergeht
mit der Bruderliebe, dann wird es ganz prima mit den beiden, auch wenn zu
erwarten ist, dass, sollte Matse auch nur 50% des Willemschen Dickschädels
haben, die beiden reichlich Konflikte austragen werden.

Tristan hat so
schnell an Masse und Grosse zulegt, dass wir bereits nach 10 Wochen die 3-6
Monatsklamotten aus dem Container geholt haben, und abgesehen von einer derzeitigen
Phase von Bauchschmerzen, scheint der kleine ganz glücklich und zufrieden zu
sein. Was uns ebenso beschäftigt hat, ist die Tatsache, dass wir uns auf dem
Immobilienmarkt nach einer grösseren Bleibe umschauen. Nachdem ich im November
zufälligerweise ein solides aber renovierungsbedürftiges Haus mit einen 30m
Garten hinterm Haus gesehen hatte, haben wir dann, nach einem Wochenende an dem
wir besichtigt, beraten und gerechnet haben, ein leider nicht ausreichendes
Angebot abgegeben. Nichtsdestotrotz haben wir dann unser Häuschen auf den Markt
geschmissen und innerhalb weniger Tage ein Angebot erhalten, dass im Anschluss
auf unsere freundliche Ablehnung doch noch auf den inserierten Preis angehoben
wurde und damit von uns akzeptiert wurde. Was dem erfolgreichen Umzug aber noch
im Weg steht, sind das Finden oder schiere Vorhandensein eines geeigneten und
erschwinglichen Hauses, dass wir kaufen möchten. Der Markt gibt jetzt absolut
nichts her, da die meisten Leute vor Weihnachten keine Lust verspüren, ihre
Häuser auf den Markt zu bringen und lieber das neue Jahr abwarten.
In der Uni habe
ich im letzten Term eine brandneue Lehrveranstaltung (Umweltmikrobiologie) für
den Master Studiengang abgehalten. Da ich im Sommer viele andere Dinge um die
Ohren hatte und einen Hang dazu habe, immer alles in letzter Minute zu
erledigen, musste das meiste kurzfristig vorbereitet werden, was kurze Nächte
zur Folge hatte. Glücklicherweise sind mir die Inhalte durch die eigene Arbeit
so geläufig, dass ich die Vorlesungen auch ohne weitere Vorbereitung
entsprechend ausschmücken konnte, ganz anders als bei den gräsigen und
langweiligen Erstsemestervorlesungen mit medizinischer Mikrobiologie, die ich
glücklicherweise abgegeben habe. Insgesamt war ich ganz zufrieden und es war
meine bisher beste Lehrerfahrung.
So, nun sind es
nur noch 3860 Meilen bis Frankfurt auf dem Rückflug von Nanjing in China. Von
diesem Trip gibt’s dann hoffentlich bald mehr, aber jetzt guck ich noch einen
Film.
A look outside the window from a height of 34,000 ft shows
nothing but a vast brown emptiness, here and there with a dusting of snow. I
think that it is the southern edge of Mongolia, 4200 miles away from my next
destination Frankfurt/Main. Normally a great fan of wide-open spaces, I briefly
considered how it might be to be down there, but it looks to bleak from up
here, even for my taste. When I took the laptop out of my bag, I had the good
intention of doing some (overdue) work, but then felt more inspired to use this
calm moment to write an update. Besides, the only distraction is provided by
in-flight entertainment and with more than 8 endless hours to go, I have no
doubt I will be able to do both work and watch another movie or two.
It has been an eventful three months since the arrival of
Mats Tristan, I should apologise for not posting earlier, but I think you are
tired of my apologies, and hopefully have been getting used to the scarcity of
updates. I hope to find more time in the New Year and for forgiveness from all
of you if I do not. As an excuse, I can only say that it has been full on at home
and at work, yada yada yada…
It is pretty amazing how soon you get used to the fact that
it is a case of there being four of us now. Perhaps the most reassuring thing
is that Willem is taken very much by his little brother, possibly due to the
association of his arrival with presents for him too. Many thanks for those to
all of you and for your good wishes. Mücki’s affection is such that he will
often refer to Mats as his baby! Once Mats gets a little more independent – and
possibly as strong willed as Mücki - one can only hope that the two boys will
continue to appreciate each other. Sure they will.
Growing at an astonishing rate that required us to find the
bag with the 3-6 months size clothes in the storage container, Mats has largely
been an uncomplicated customer apart from what is hopefully a short phase of
tummy aches when he has been feeding. What has kept us equally busy is the fact
that one fine day back in November, I found a 3-bedroom house while browsing
the property pages. It was a complete renovation project, but had great
potential and a nearly 100 ft garden. After seeing it and crunching the numbers
we put an offer in and … did not get it. Having established that a bigger house
would be affordable up to a point, we put our house on the market anyway, as we
were now convinced that it would be a good thing to trade up. Our house went
onto the market and we quickly received a first offer below (declined) and then
for full asking price (accepted). Of course things are far from settled, this
being the beginning of a potentially complicated property sale chain in a
stagnant and empty pre-Christmas UK housing market; a house to move into (or
make a bid for) that is ticking our requirements has yet to materialise and
hopefully will early in the New Year.
Workwise, I have taught a brand-new Environmental
Microbiology module to the MSc students. Not having had the time during the
summer and being a last minute person, I prepared most of it just in time for
delivery. Thank Goodness that it was material I am familiar with, that made it
easy to embroil with detail, fill in the blanks and doodle on the white board.
Overall, I think it went well and it is actually the bit of teaching I have
enjoyed most so far.
Ok, just another 3860 miles on my way back to the Europe
from my trip to Nanjing in Jiangsu province, China. But more of that another
time, time for another movie.